Kakao:

1. Einführung

Das Ziel der Unterrichtseinheit:

  • Hier geht es um den Bezug zur Ernährung – süß, lecker und von jedem Kind geliebt: Die Schokolade. Die Schüler erfahren, woher unsere Schokolade stammt und auf was man beim Schokoladenkauf achten sollte.
  • Ziel ist es, konkrete Handlungsmöglichkeiten zum Schutz der Urwälder an die Hand zu geben und eine gemeinsame Aktion zum Thema Kakao zu starten.

So gehen Sie vor:

  1.  Starten Sie mit einer Fantasiereise und entführen Sie die Schüler mit Urwaldgeräuschen im Hintergrund nach Südamerika. Das dazugehörige AB 12.2 vermittelt den Schülern bereits die wichtigsten Unterschiede zwischen den Lebensweisen hier und in den Tropenländern und soll als Diskussionsgrundlage dienen. Sie erhalten dabei erste Informationen zum Thema. (ca. 30-45 min)
  2. Wählen Sie nun aus den unten aufgeführten Modulen, wie Sie weiter vorgehen wollen. Es gibt viele Möglichkeiten!
  3. Achten Sie darauf, inwieweit die Schüler tatsächlich ihr Verhalten ändern. Essen sie weniger Schokolade? Kaufen sie Fair-Trade-Produkte? Fragen Sie nach und versuchen Sie herauszubekommen, wo es ggf. noch hakt. Und vor allem: Seien Sie ein Vorbild! Leben Sie vor, was Sie den Jugendlichen vermitteln wollen!

Die Schüler erleben einen Tag im Leben einer Gleichaltrigen, die auf einer Kakaoplantage arbeiten muss.

Die Schüler lernen den Weg der Schokolade von der Kakaobohne bis ins Supermarktregal kennen.

In diesem kurzen animierten Film wird die Geschichte der Kakaobohne beschrieben. Durch ein Wortsuchspiel zu dem Film wird der Inhalt spielerisch noch einmal vertieft.

Das Schokoladenspiel zeigt den Schülern am praktischen Beispiel die Verteilung des Geldes auf die einzelnen Produktionsstationen des Kakaos bei einer herkömmlichen Tafel Schokolade im Vergleich zu einer fair gehandelten Tafel.

Das Ergebnis ist beeindruckend!

Was bedeuten die Begriffe „fair“ und „unfair“? Woran erkennt man die einzelnen Produkte? Was ist das Ziel und wie kann jeder Einzelne etwas dazu beitragen?

Ob simpel, mit Nüssen, Kokos oder Rosinen verfeinert oder nach dem alten Rezept der Azteken, bleibt dabei dem Geschmack des Einzelnen überlassen.
Durch den Verkauf der selbst hergestellten Schokolade können z.B. Spenden für ein Projekt gesammelt oder Fair-Trade-Produkte für das Schulmittagessen gekauft werden.

Handeln leicht gemacht:

Kakao ist für Kinder und Jugendliche (meist) ein alltägliches Thema. Hier kann jeder einzelne Schüler zum Schutz der Tropenwälder beitragen und einen kleinen Beitrag zu einem höheren Lebensstandard vieler Familien leisten. Der erste Schritt besteht darin, etwas teurere fair gehandelte Schokoladenprodukte zu kaufen. Denn weniger ist manchmal mehr!
Unser Ziel geht noch darüber hinaus: Die Kinder und Jugendlichen sollen ihr Einkaufsbewusstsein verändern und stärken und, wenn möglich, ihre Eltern miteinbeziehen. Denn je mehr fair gehandelte Produkte gekauft werden, desto mehr Familien wird geholfen, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.  
Wichtig ist es daher, das Thema immer mal wieder aufzugreifen. Zum Beispiel, wenn Sie für einen Geburtstag oder einen anderen Anlass den Schülern einmal Schokolade mitbringen - natürlich mit dem Fairtrade-Siegel! Und auch bei Bananen, Tee, Kaffee und ähnlichen Produkten können Sie auf das Siegel achten. Bringen Sie einfach ab und zu Teile Ihres Einkaufs mit und berichten Sie: "Schaut einmal, auch auf der Banane habe ich das Siegel gefunden. Wisst ihr noch, was es bedeutet?"

Weitere Anregungen:

  • Ausflug im Raum Köln: Das Schokoladenmuseum in Köln gibt einen noch tieferen Einblick in die Welt der Schokolade. Es werden spezielle Führungen für Kinder- und Schülergruppen angeboten. Weitere Informationen unter www.schokoladenmuseum.de .

Weitere Schokomuseen:

Weitere Ideen:

  • Supermarktrecherche: Die Schüler gehen mit den Lehrern einkaufen und halten bewusst nach dem Fair-Trade-Siegel Ausschau. Welche Produkte gibt es noch mit dem Siegel? Warum ist gerade bei diesen ein fairer Handel wichtig? Wie groß ist der Preisunterschied zu „normalen“ Produkten? Eine Rechercheaufgabe vor Ort.
  • Ein Besuch in einem Eine-Welt- oder anderen Fair-Trade-Laden. Machen Sie am besten einen Termin mit dem Geschäft aus. Die Räumlichkeiten sind meist nur klein und bieten dem Ansturm einer ganzen Klasse wenig Platz. Die Eine-Welt-Läden sind meist gerne bereit, den Schülern mehr über die Produkte zu erzählen.
  • Unterschriften sammeln - Angebotspalette verändern: Die Schüler informieren andere Klassen über das Thema Kakao und fairen Handel und sammeln in diesem Rahmen Unterschriften für fair gehandelte Produkte im Schulkiosk.
  • Zahlen & Fakten:
    Das Südwind-Institut hat interessante Studien zum Thema Kakao und den Anbauländern herausgegeben. http://www.suedwind-institut.de/themen/rohstoffe/kakao/
  • Filmtipp:
  • "Über die Natur eines Genusses – Vom Kakaobaum zur Schokolade“, Deutsche Kakao- und Schokoladenwirtschaft, FWU 42 50216 VHS-Videokassette, 26 Minuten. Der Film ist auch über www.infozentrum-schoko.de und www.Kakao-Stiftung.de zu beziehen.
    Ein fast 7-minütiger Spot über Fair-Trade-Kakao aus der Dominikanischen Republik von TransFair e.V. Die spanischen Abschnitte sind allerdings nur durch eine Legende übersetzt. Hier müssen Sie gegebenfalls die Übersetzung vorlesen. http://youtu.be/2ZatGrTJwSY
  • Fairer Handel:  
  • Die Homepage der TransFair e.V. bietet umfangreiche Informationen Rund um das Fair-Trade-Siegel www.fairtrade-deutschland.de 
  • Buchtipp:
  • Schokolade – Süßes vom Kakaobaum. Benny Blu. Kinderleicht Wissen Verlag. ISBN: 978-3-86751-060-8

Material:

Schüler-Infoblätter

Weitere Materialien:

2. Eine Fantasiereise auf eine Kakaoplantage

Ziel:

Die Jugendlichen erfahren, unter welchen Bedingungen auf einer Kakaoplantage gearbeitet wird, und dass Kinderarbeit weit verbreitet ist.

Material:

LI 12.1 Fantasiereise und AB 12.2 Fantasiereise; CD mit Regenwaldgeräuschen, CD-Player

Beschreibung:

Tauchen Sie mit ihrer Klasse in den Regenwald ein. Schaffen Sie dazu eine ruhige Atmosphäre. Verdunkeln Sie den Klassenraum. Im Hintergrund sind Regenwaldgeräusche zu hören. Drehen Sie die Lautstärke nicht zu hoch, da die Schüler sich sonst eher auf die Geräusche als auf Ihre Stimme konzentrieren. Fangen Sie mit dem Vorlesen der Geschichte an, wenn alle Schüler die Augen geschlossen haben.
Arbeiten Sie mit Hilfe des Arbeitsblattes gemeinsam mit den Schülern heraus, was in der Geschichte erzählt wird.
Unter welchen Bedingungen wird Kakao angebaut? Wie unterscheidet sich das Leben der Schüler von dem Leben eines Kindes, welches auf einer Kakaoplantage arbeiten muss?

  • Kakao wird heute vor allem in den Regenwaldgebieten Afrikas angebaut.
  • Die Menschen, die auf den Kakaoplantagen arbeiten, sind sehr arm.
  • Oft werden auf Kakaoplantagen Pestizide, also chemische Gifte zur Schädlingsbekämpfung, eingesetzt. Schutzkleidung tragen die Menschen beim Sprühen der Pestizide nicht.
  • Damit die Familie überleben kann, müssen auch die Kinder mitarbeiten. Oft arbeiten die Kinder 12 Stunden am Tag.
  • Die Kinder können nicht zur Schule gehen – sie können nicht lesen und schreiben.

3. Vom Kakaobaum zur Schokolade - das Kakao-Domino

Ziel:

Die Jugendlichen lernen den Weg von der Kakaobohne aus dem Regenwald bis zur fertigen Tafel Schokolade kennen.

Material:

AB 12.3 Kakao-Domino, Domino-Lösungsblätter in Din A4 , Scheren, Klebestifte, Stellwand und Pinnnadeln oder Tafel und Magnete

Beschreibung:

Die Schüler können diese Aufgabe alleine oder in Zweierteams lösen. Wenn Sie möchten, können Sie anschließend die Dominosteine (A4-Ausdrucke) mit der gesamten Gruppe in der richtigen Reihenfolge zusammenlegen bzw. an die Klassenwand oder Infowand heften.

  • Bis die Schokolade bei uns im Supermarktregal landet, hat sie schon eine sehr weite Reise hinter sich.
  • Viele Menschen sind nötig, um Schokolade herzustellen: Kakaobauern, Plantagenbesitzer, Transportunternehmen, Schokoladenfabriken und Supermärkte/Händler.
  • Und alle wollen mit ihrer Arbeit Geld verdienen.

4. Der Trank der Götter - das Geheimnis des Kakaos

Ziel:

Die Jugendlichen lernen, dass die Kakaobohne früher sehr wertvoll war, bei den Azteken als Zahlungsmittel diente und wie Xocóatl, der Trank der Götter, hergestellt wurde.

Material:

Computer/Laptop mit Flashplayer, Beamer, Lautsprecher, AB 12.4 Kakao-Suchspiel, Filmlink http://www.tivi.de/tiviVideos/beitrag/925184?view=flash

Beschreibung:

Es war der spanische Eroberer Cortés, der dem Geheimnis des Kakaos auf die Spur kam. Als „Braunes Gold“ wurden die Kakaobohnen früher oft bezeichnet. Für die Azteken waren die Kakaobohnen ein göttliches Geschenk. Sie waren so wertvoll, dass man mit Kakaobohnen fast alles kaufen konnte - sogar einen Sklaven. Wertvoll war auch der besondere Geschmack der Bohnen. Aus dem Pulver der Kakaobohnen, Wasser und scharfen Gewürzen mischten die Azteken ein ganz besonderes Getränk namens Xocóatl. Dieses Getränk wurde auch als „Trank der Götter“ bezeichnet.
Vor ungefähr 500 Jahren kam der Göttertrank nach Europa. Damals konnten sich nur die reichen Europäer das exotische Schokoladengetränk aus den Tropen leisten. Heute ist das glücklicherweise anders. Schokolade ist für jeden zu haben.
Was wurde früher als „Braunes Gold“ bezeichnet? Welche Zutaten enthielt die Trinkschokolade der Azteken? Als was wurden die Kakaobohnen bei den Azteken verwendet?
Lassen Sie die Schüler die Antworten auf die Fragen im Suchspiel „Das Geheimnis des Kakaos“ finden.

  • "Braunes Gold" - so wurden die Kakaobohnen früher oft bezeichnet, weil sie so wertvoll waren.
  • Die Azteken verwendeten Kakaobohnen als Geld.
  • Das Kakaogetränk der Azteken ist mit unserer Schokolade nicht zu vergleichen. Bei den Azteken schmeckte die Trinkschokolade würzig und scharf.
  • Die Trinkschokolade von damals war eine Mischung aus Kakaopulver, Wasser und Gewürzen wie Vanille, Chilischoten und Cayennepfeffer.

5. Was ist eigentlich fair? – Das Schokoladenspiel

Ziel:

Die Jugendlichen erfahren, wie viel Geld die Kakaobauern an einer „fair gehandelten“ Tafel Schokolade im Vergleich zu einer „normalen“ Tafel verdienen.

Material:

3 Tafeln „normale“ Schokolade (bzw. 72 Stückchen), 3 Tafeln Fair-Trade-Schokolade (bzw. 72 Stückchen (aus Kostengründen können hier auch nur 3 Tafeln gekauft und dann zweimal verwendet werden); 12 Unterteller; 5 rote beschriftete Klappkarten (wie Namensschildchen): Kakaobauer, Zwischenhändler, Schokoladenfirma, Verpackungsindustrie, Händler und 5 grüne Klappkarten: Kakaobauer,  Schokoladenfirma, Verpackungsindustrie, Fair-Trade-Händler, Weltladen; Zuckerzange o.ä. (um die Schokolade danach zu essen)

Beschreibung:

Wie viel die Kakaobauern, die Händler und alle anderen an der Schokoladenproduktion Beteiligten verdienen, lässt sich anschaulich durch die Aufteilung einer herkömmlich und einer fair gehandelten Tafel Schokolade (große Tafel mit 72 Stückchen od. 3 normale Tafeln) verdeutlichen.

Alternative 1:
Stellen Sie fünf Unterteller auf einen Tisch und ordnen Sie jedem Teller eine rote Klappkarte zu. Fordern Sie die Schüler zum Schätzen auf: Wie viele der 72 Schokoladenstückchen (= Geld) verdient jeder Einzelne in der Produktionskette? Halten Sie das Ergebnis an der Tafel fest.

Zeigen Sie nun, wie die wirkliche Verteilung  der Schokoladenstückchen bei einer herkömmlich gehandelten, „normalen“ Schokolade ist. Schreiben Sie das Ergebnis neben die geschätzten Zahlen an die Tafel.
Zeigen Sie jetzt, wie die Verteilung bei einer fair gehandelten Schokolade aussieht. Stellen Sie weitere fünf – mit den grünen Klappkärtchen versehene – Unterteller auf den Tisch und verteilen Sie die Stückchen der fair gehandelten Schokolade.

Alternative 2:
Anstelle der Demonstration anhand der Unterteller können die Schüler auch in Gruppen aufgeteilt werden. Die Gruppen sind: Ein Kakao-Kleinbauer, ein Kakaoplantagenbesitzer, Chefs einer Schokoladenfabrik, Betreiber einer Verpackungsfirma, Großhandelsvertreter bzw. Fair-Trade-Händler und Betreiber eines Weltladens.

Nun können die einzelnen Gruppen diskutieren, wer wie viele der 72 Schokoladenstückchen bekommt. Halten Sie das Ergebnis an der Tafel fest.

Zeigen Sie nun, wie die wirkliche Verteilung  der Schokoladenstückchen bei einer herkömmlich gehandelten, „normalen“ Schokolade ist. Schreiben Sie das Ergebnis neben die geschätzten Zahlen an die Tafel.
Zeigen Sie jetzt, wie die Verteilung bei einer fair gehandelten Schokolade aussieht. Stellen Sie weitere fünf – mit den grünen Klappkärtchen versehene – Unterteller auf den Tisch und verteilen Sie die Stückchen der fair gehandelten Schokolade.

Verteilung der Schokoladenstückchen einer herkömmlich und einer fair gehandelten Schokolade während ihrer Produktion:  

Herkömmlich gehandelte Schokolade

Anteil (Insgesamt 72 Stück)

Kakao-Kleinbauer (Anbau, Pflege der Bäume, Ernte, Trocknen der Bohnen)

4

Zwischenhändler (Plantagenbesitzer)

14

Schokoladenfirma (weitere Zutaten, Verarbeitung)

29

Verpackungsindustrie (billiges Stanniolpapier innen)

3

Handel (Großhandel, Supermarkt, Verkauf)

22

Weltläden

-- (diese Art der Schokolade wird hier nicht verkauft)

Fair gehandelte Schokolade

Anteil ( Insgesamt 72 Stück)

Kakao-Kleinbauer (Anbau, Pflege der Bäume, Ernte, Trocknen der Bohnen)

16

Zwischenhändler (Plantagenbesitzer)

-- (existiert nicht)

Schokoladenfirma (weitere Zutaten, Verarbeitung)

26

Verpackungsindustrie (meist recycelbares Papier)

4

Fair-Trade-Handel (z.B. Gepa: Fracht, Zoll, Fair-Trade-Siegel, Vertrieb)

19

Weltläden

7

Anhand einer abschließenden Geschmacksprobe lässt sich meist auch herausfinden, in welcher der beiden Schokoladentafeln mehr Kakao und in welcher mehr Zucker enthalten ist.

  • Bei Fair-Trade gewinnen alle!
  • Besser weniger Schokolade und dafür fair gehandelte Schokolade essen.

6. Was bedeutet Fairer Handel? – Eine Diskussionsgrundlage

Ziel:

Das Prinzip des Fairen Handels verstehen.

Beschreibung:

Was bedeutet der Begriff „fair“ bzw. „unfair“? Woran erkennt man fair gehandelte Produkte? Was ist das Ziel des fairen Handels? Wie können wir fair handeln?

  • Bei einer „herkömmlichen“ Schokolade bleibt für die Kakaobauern vom Gesamtpreis einer Tafel Schokolade nur wenig übrig.
  • Das Fair-Trade-Siegel garantiert, dass die Kakaobauern für ihre Arbeit fair bezahlt werden.
  • Mit dem Kauf von Fair-Trade-Produkten kann jeder von uns sich fair und gerecht verhalten und die Bauern unterstützen.
  • Bei fair gehandelten Schokoladenprodukten wird den Kakaobauern so viel gezahlt, dass sie ihren Lebensunterhalt verdienen und ihre Kinder zu Schule schicken können.

7. Die Aktion: Schokolade selber machen!

Ziel:

Mit einfachen Zutaten Schokolade selbst herstellen.

Beschreibung:

Schokolade kann man nicht nur im Supermarkt kaufen. Man kann sie auch selbst herstellen. Auf diese Weise kann man auch sicher sein, dass kein Palmöl enthalten ist. Das AB 12.7 „Schokolade selbst gemacht“ enthält drei Schokoladenrezepte zum Ausprobieren.

  • Selbst Hergestellte Schokolade ist Kinderleicht und schmeckt!