Ausflüge:

1. Übersicht

Ausflüge sind für die Schüler Highlights, die lange hängen bleiben und sehr motivieren können. Ein Beispiel: Hat man einem Orang-Utan im Zoo erst einmal Auge in Auge gegenüber gestanden, ist jedem schnell klar, wie faszinierend diese Lebewesen sind - und dass man unbedingt etwas zu ihrem Schutz tun sollte. Insofern empfehlen wir: Raus aus der Schule! Unternehmen Sie einen Ausflug!

Die Tiere des Regenwaldes einmal hautnah erleben - das fasziniert und verdeutlicht "für wen" die Schüler die Aktion eigentlich machen.

Nachhaltigkeit erleben und den heimischen Wald kennen lernen. Was unterscheidet ihn vom Tropenwald? Und was bedeutet Nachhaltige Waldwirtschaft?

Wie hoch sind Bäume eigentlich? Und wenn uns schon in 20 Metern Höhe die Knie weich werden - wie ist es dann wohl als Forscher auf den Urwaldriesen in 60 Metern Höhe?

Feucht, schwül, warm - die Jugendlichen erleben das tropische Klima am eigenen Leib. Und können zudem die Vielfalt der Tropenpflanzen bestaunen.

2. Zoo

Ziel:

Die Jugendlichen erleben die klimatische Erfahrung eines tropischen Regenwaldes in einem Regenwaldhaus und lernen die Exotik und Artenvielfalt der Tierwelt hautnah kennen.

Einbindung:

Dieser Ausflug passt in verschiedene Unterrichtseinheiten. Die Einheiten „3. Artenvielfalt“ und „4. Verbreitung“ eignen sich besonders gut, da in ihnen die Tierwelt und die wunderbare Welt des Regenwaldes vorgestellt werden. Aber auch die Einheiten „5. Stockwerke und Zahlenvergleiche“ und „14. Regenwald schützen, weil…“ eignen sich, um einen Zoobesuch einzubinden, da auch diese Einheiten auf den Regenwald generell abzielen und nicht ein bestimmtes Produkt behandeln. Zudem haben wir beim Tanzprojekt gute Erfahrungen damit gemacht, die Bewegungen der Tiere live zu studieren.

Beschreibung:

Der Zoo gibt den Schülern einen lebhaften Einblick in die Vielfalt und die Exotik der Tierwelt. Ob stolze Jaguare, träge Faultiere oder farbenprächtige Schlangen: Ein Zoobesuch ist für Schüler immer ein aufregendes Erlebnis und eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Tiere auf solch kurze Distanz beobachten zu können ist ein viel intensiveres Erlebnis als interessante Fakten über diese Tierart aus Infoblättern oder aus Dokumentationen zu beziehen.
Viele Zoos bieten spezielle Führungen für Schulklassen an, die auch thematisch gegliedert werden können. Eine spezielle Regenwald-Führung bringt die Jugendlichen dem Thema noch näher und die Begeisterung für diese Lebenswelt und ihre Bewohner spornt die Schüler umso mehr an, sich für den Schutz und Erhalt des Lebensraumes Regenwald einzusetzen. Denn was man kennt und liebt, schützt man auch!

Aktionen:

  • Buchen Sie eine geführte Tour durch den Zoo zum Thema Tropen. So bekommen die Schüler die wichtigsten und interessantesten Informationen direkt geliefert.
  • Wenn Sie mit Ihren Schülern auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen wollen, planen Sie eine kleine Zooralley. Eine Beispielralley, die wir für den Kölner Zoo entwickelt haben, finden sie hier: Gruppe1-Bonobo; Gruppe2-Gorilla; Gruppe3-Orang-Utan. Natürlich geht diese Ralley auch einfacher. Jeder Zoo hat auf seiner Internetseite eine Übersicht der von ihm gehaltenen Tiere. Suchen Sie sich ein paar (Regenwald-)Tiere heraus und schicken Sie die Schüler gruppenweise zu den einzelnen Gehegen, um auf den Schautafeln oder durch Gespräche mit dem Pflegepersonal Informationen über diese Tierart herauszufinden.
  • Sie können auch einen Fotowettbewerb daraus machen und die Kinder mit ihren Digital- oder Handykameras Bilder von den Tieren schießen lassen. Das originellste Bild gewinnt. Ein kurzes Arbeitsblatt zu dem Fotowettbewerb finden Sie hier.

Kontakthilfen:

Unter www.zoo-info.de können Sie sich alle Zoos, Tierparks, Aquarien, Reptilienhäuser, Vivarien und vieles mehr deutschlandweit anzeigen lassen. Für die Schweiz und Österreich ist in der linken Menüleiste ein weiterführender Link.

Auch unter www.familienkultour.de/ können Sie gezielt nach geeigneten Zoos suchen.

Vergessen Sie nicht, die Eltern frühzeitig über den Zoobesuch zu informieren. Auch können Sie gleichzeitig bei den Eltern noch einmal abfragen, ob die Jugendlichen Allergien oder Krankheiten haben, die wissenswert für einen Ausflug sind. Einen Muster-Elternbrief finden Sie unter „Orga- und Aktionshilfen“.

  • Im Regenwald ist es feucht und warm.
  • Viele Tiere sind vom Aussterben bedroht.
  • Viele Lebensräume sind stark gefährdet.
  • Viele Tiere sind perfekt an ihren Lebensraum angepasst und darum von ihm abhängig.
  • Die Tier- und Pflanzenwelt muss geschützt werden.

3. Waldtag

Ziel:

Die Jugendlichen erfahren ihren eigenen Lebensraum neu und lernen, was Nachhaltigkeit bedeutet und warum diese und der Wald so wichtig sind.

Einbindung:

Der Waldtag passt thematisch bestens in die Unterrichtseinheit „8. Holz“. Aber auch in die Unterrichtseinheiten „3. Artenvielfalt“ und „7. Papier“ passt ein Waldtag als Ausflugsziel. Legen Sie bei der Einbindung in jede Unterrichtseinheit den Schwerpunkt auf Vergleiche mit dem Regenwald und Nachhaltigkeit.

Beschreibung:

Der Waldtag ist eine eher ungewöhnliche Abwechslung zum Schulalltag. Viele Jugendliche gehen selten in einem Wald spazieren oder machen sich Gedanken über die einheimische Flora und Fauna.

Während des Waldtags sollen die Jugendlichen ihren eigenen Lebensraum kennenlernen, Pflanzen- und Tierarten unterscheiden und Interessantes über den Wald als Lebensgrundlage lernen.

Unter Anleitung eines Försters oder Waldpädagogen lernen die Schüler, was Nachhaltigkeit bedeutet und warum eine nachhaltige Wald- und Forstwirtschaft nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Tropen wichtig und notwendig ist.

Aktionen:

  • Fragen Sie den Förster, ob die Jugendlichen beim Fällen und/oder Wiederaufforsten helfen können. Bei der Kombination von beiden Aktionen begreifen die Jugendlichen, wie viel Zeit und Pflege ein Baum braucht, bis er groß genug zum Fällen ist und erleben den Grundsatz der Nachhaltigkeit.
  • Artenvielfalt sammeln! Die Schüler bekommen die Aufgabe, so viele Pflanzenarten wie möglich in einem Umkreis von 200 Metern zu sammeln – natürlich immer nur ein Blatt oder eine Blüte und nicht die ganze Pflanze! Anschließend werden die Arten bestimmt und zusammengetragen. Es wird die Jugendlichen verwundern, wie viele verschiedene Arten in einem kleinen Waldstück vorkommen. Da kann man sich die Artenvielfalt der Tropenwälder gleich besser vorstellen!

Kontakthilfen:

Sie können beim Forstamt anfragen, ob ein Förster gewillt ist, die Schüler ein paar Stunden durch den Wald zu führen. Über die Forstämter ihres jeweiligen Bundesamtes erhalten Sie weitere Informationen zu Förstern, die evt. auch eine Zusatzqualifikation als Waldpädagoge haben.

In einigen Städten gibt es auch ein Haus der Natur, das Infoveranstaltungen und Touren anbietet. Gehen Sie hierzu im Internet auf die Suche nach „Haus der Natur, Ihre Stadt“.

Eine Übersicht von Waldpädagogen in Österreich finden Sie unter www.waldpaedagogik.at/. Unter www.umweltbildung.de/ finden Sie wiederum viele regionale Umweltbildungsanbieter - sicherlich auch bei Ihnen um die Ecke!

Vergessen Sie nicht, die Eltern frühzeitig über den Ausflug zu informieren! Auch können Sie gleichzeitig bei den Eltern noch einmal abfragen, ob die Jugendlichen Krankheiten haben, die wissenswert für einen Ausflug sind. Einen Muster-Elternbrief finden Sie unter „Orga- und Aktionshilfen“.

Zecken:
Im Sommer ist es nicht unwahrscheinlich, im Wald Zecken zu begegnen. Die Landesschulbehörden geben zum Verhalten bei Zeckenbissen Richtlinien heraus. Fragen Sie nach! Wichtig: Panik ist nicht angesagt. Aber man sollte wissen, wie man sich zu verhalten hat. Wir empfehlen u.a. Zeckenspray (Mückenschutzmittel) und langärmlige Kleidung. Denken Sie auch daran, die Schüler daran zu erinnern, dass sie sich nach Zecken absuchen sollten, um diese frühzeitig zu entfernen.

  • Der Wald ist lebensnotwendig, ob in den Tropen oder bei uns.
  • Nachhaltigkeit ist wichtig, um in kommenden Jahren noch ausreichend Rohstoffe zur Verfügung zu haben und für kommende Generationen ein bewohnbares Ökosystem zu hinterlassen.

4. Kletter- oder Hochseilgarten

Ziel:

Natur wahrnehmen, Vergleiche zum Tropenwald herstellen und ein Gefühl für die Höhe eines Baumes bekommen. Zudem steht das Zusammenspiel im Klassenteam im Vordergrund.  

Einbindung:

Am Besten passt dieses Ausflugsmodul zu der Unterrichtseinheit „5. Stockwerke und Zahlenvergleiche“. Hier können die Schüler hautnah erleben, wie es ist, auf 10 oder 20 Meter Höhe zu stehen. Von oben gesehen wirken diese schwindelnden Höhen um einiges beachtlicher. Ein Regenwaldriese ist dreifach so hoch!

Beschreibung:

Ob Klettergarten, Kletterpark oder Hochseilgarten - für die Schüler ist der Ausflug eine abenteuerliche Abwechslung zum Schulalltag. Hier werden Naturverständnis, Teamarbeit und sportliches Geschick geschult.

Die Schüler turnen in Höhen von 10 bis 30 Metern über der Erde und erleben das Gefühl, das ein Orang-Utan haben muss, wenn er sich von Baum zu Baum hangelt. Versuchen Sie Vergleiche herzustellen; das Unterrichtsmodul „Wer wohnt wo?“ aus der Unterrichtseinheit „5. Stockwerke“ gibt ein paar Beispiele, welche Tiere in welcher Höhe leben.

Aktionen:

  • Stellen Sie Vergleiche zu Tierarten auf: In den oberen Stockwerken leben im Tropenwald die meisten Tiere - Orang-Utans, Gibbons, Baumkängurus, Nasenbären usw. In den Kronendächern dagegen sind vor allem Vögel zuhause. Im Erdgeschoss leben Frösche, Faultiere und Insekten wie Ameisen. Tausenfüßler sind hauptsächlich im Keller zu finden. Welche Tierarten leben in Deutschland in den Kronendächern, an den Baumstämmen und auf der Erde?
  • Stellen Sie Höhenvergleiche auf: Wie hoch kann man in dem Kletterpark kommen, wo ist die höchste Stelle? Ein Regenwaldriese ist ungefähr 70 Meter hoch. In welchem Stockwerk würden sich die Schüler an dem höchsten Punkt im Park befinden? Wahrscheinlich reichen Sie nicht einmal über den ersten Stock hinaus!
  • Fokussieren Sie die Wahrnehmung der Schüler auf den sie umgebenden Wald. Wie? Verstecken Sie Tierattrappen (Zeichnungen oder auch Stoff- und Gummitiere) in den umliegenden Baumkronen. Lassen Sie die Jugendlichen zählen, wie viele sie nebenbei entdecken. Sprechen Sie diese Aktion mit dem Klettergarten ab – er unterstützt Sie sicherlich gerne.

Kontakthilfen:

Klettergärten bieten meist geführte Touren oder auch themenbezogene Touren an. Um einen Kletter- oder Hochseilgarten in Ihrer Nähe zu finden, gehen Sie im Internet auf die Seite www.hochseilgarten-kletterwald.de/hochseilgaerten-uebersicht.html. Hier sind über 500 Kletter- und Hochseilgärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgelistet.

Wir empfehlen die Auswahl eines Kletterparks oder Hochseilgartens, der direkt in die Baumkronen hinein gebaut wurde und in niedrigen Höhen (ca. 5 Meter) startet. So kann jeder Schüler seinen Respekt vor der Höhe langsam überwinden.

Fragen Sie die Klasse im Voraus, ob jemand tatsächlich Höhenangst hat und aus diesem Grund nicht mitmachen kann. Ist dies der Fall, empfehlen wir Ihnen, einen anderen Ausflug zu machen, um den betroffenen Schüler nicht aus der stark gemeinschaftlichen Aktion auszuschließen.

Vergessen Sie nicht, die Eltern frühzeitig zu informieren! Auch können Sie gleichzeitig bei den Eltern noch einmal fragen, ob die Jugendlichen Höhenangst haben oder andere Krankheiten, die wissenswert für den Ausflug sind. Einen Muster-Elternbrief finden Sie unter „Orga- und Aktionshilfen“.

Zecken: Im Sommer ist es nicht unwahrscheinlich, im Wald Zecken zu begegnen. Die Landesschulbehörden geben zum Verhalten bei Zeckenbissen Richtlinien heraus. Fragen Sie nach!

  • Die Baumkronen sind nicht nur in Tropenwäldern dicht besiedelt.
  • Hohe Bäume in Deutschland würden neben einem Regenwaldriesen wie Zwerge aussehen.
  • Auf 30 Metern Höhe leben im Regenwald Pfeilfrösche, Faultiere und Insekten im ersten Stock. In Deutschland ist man bei 30 Metern Höhe schon in den Kronendächern. Hier leben folgende Tiere: ...

5. Botanischer Garten

Ziel:

Die Pflanzenvielfalt und ein tropisches Klima erleben.

Einbindung:

Der Besuch eines Botanischen Gartens passt bestens in die Unterrichtseinheiten „3. Artenvielfalt“, „4. Verbreitung“ und „14. Regenwald schützen, weil…“ Vorausgesetzt der Botanische Garten besitzt eine Nutzpflanzenabteilung, können auch die Unterrichtseinheiten „6. Produkte“, „11. Palmöl“ und „12. Kakao“ miteinbezogen werden.

Beschreibung:

Ein Ausflug in den Botanischen Garten scheint zu Anfang nicht für alle Schüler interessant zu sein. Ein Ausflug in den Regenwald lockt die Jugendlichen schon eher. Viele Botanische Gärten haben ein Tropen-, Regenwald oder Urwaldhaus und bieten themenbezogene Führungen an. Die Mitarbeiter der Botanischen Gärten können spannende Geschichten zu einzelnen Pflanzen erzählen oder die Schüler exotische, essbare Pflanzen probieren lassen. Zudem ist es für die Jugendlichen sehr eindrücklich, tropisches feuchtwarmes Klima beim Betreten des Gewächshauses am eigenen Leib zu erleben.

Aktionen:

  • Manche Botanischen Gärten vergeben Samenpäckchen, die Sie mit Ihren Schülern ansetzen können.
  • Auch Avocadokerne und Maracujasamen lassen sich leicht zum Keimen bringen und geben den Schülern ein Erfolgserlebnis und dem Klassenzimmer eine kleine tropische Note.
  • Verdeutlichen Sie in Ihrem Schulgarten die Artenvielfalt! Mit Tomatenpflanzen ist dies sehr einfach. Es gibt über 3.000 verschiedene Tomatensorten. Pflanzen Sie mit Ihren Schülern mindestens 10 bis 20 verschiedene, wenn möglich alte Sorten an und entdecken sie die Farben-, Formen- und Geschmacksvielfalt einer einzigen Art.
  • Stellen Sie Seife mit Kamillen- oder Ringelblumenblüten her. Ein Seifenrezept finden Sie hier in der Unterrichtseinheit „11. Palmöl“.
  • Duftproben von verschiedenen Gewürzen können gut in den Ausflug integriert werden. Fragen Sie nach, ob der Botanische Garten, den Sie besuchen wollen, exotische Gewürzpflanzen hat. Viele Schüler werden z.B. von einem Zimtbaum überrascht und begeistert sein.

Kontakthilfen:

Eine Auswahl an Botanischen Gärten finden Sie unter www.verband-botanischer-gaerten.de/pages/karte.html oder www.botanik.de/botanische-gaerten.html

Vergessen Sie nicht, die Eltern frühzeitig zu informieren. Auch können Sie gleichzeitig bei den Eltern abfragen, ob die Jugendlichen Krankheiten haben, die wissenswert für einen Ausflug sind. Einen Muster-Elternbrief finden Sie unter „Orga- und Aktionshilfen“.

  • Die Artenvielfalt von Pflanzen ist für ein ausgeglichenes Ökosystem wichtig.
  • Viele Pflanzen dienen indigenen Völkern als Medizin und sind auch in unseren Apotheken zu finden.
  • Einige unserer Nahrungsmittel kommen ursprünglich aus den Tropen.